Die zwölf Module messen, wie Ihr Haushalt heute dasteht. Die Szenarien prüfen, was davon unter Last übrig bleibt. Denn ein Haushalt kann in jedem einzelnen Modul gut abschneiden und trotzdem an einer bestimmten Lage scheitern, weil sie mehrere Module gleichzeitig belastet und in einer Reihenfolge, mit der niemand gerechnet hat.
Eine Bestandsaufnahme beantwortet die Frage, was da ist. Sie beantwortet nicht die Frage, wie lange es hält und in welcher Reihenfolge es ausfällt. Genau das leisten die Szenarien: Sie nehmen Ihre 144 Einzelbewertungen und lassen sie gegen eine konkrete Lage laufen.
Ein Blackout ist kein Energieproblem. Er ist gleichzeitig ein Wasserproblem, weil Druckerhöhungsanlagen Strom brauchen, ein Medizinproblem wegen der Kühlkette, und ein Kommunikationsproblem, sobald die Notstromreserven der Mobilfunkmasten leer sind. Kein einzelnes Modul zeigt das.
1Die meisten Haushalte sind in den ersten 72 Stunden gut aufgestellt. Der kritische Punkt liegt fast immer später, und zwar bei jedem Szenario an einer anderen Stelle. Ohne Zeitachse würde man genau diesen Punkt nie sehen.
2Solange Risiken nur benannt werden, lässt sich nicht entscheiden, was zuerst dran ist. Mit einer Kurve je Szenario wird sichtbar, welche Lage Sie am härtesten trifft, und damit auch, welche Maßnahme den größten Unterschied macht.
3Man könnte beliebig viele Lagen durchrechnen. Das wäre allerdings vor allem beeindruckend und wenig nützlich, weil sich die meisten Szenarien im Belastungsprofil kaum unterscheiden. Vier Regeln bestimmen, was aufgenommen wird und was nicht.
Jedes der acht Szenarien ist in den vergangenen Jahren in Europa oder in vergleichbar entwickelten Ländern tatsächlich eingetreten. Kein einziges beruht auf einer Annahme darüber, was passieren könnte.
Das ist keine Vorsichtsmaßnahme, sondern eine methodische Notwendigkeit: Nur bei eingetretenen Lagen lässt sich der Verlauf aus Beobachtung ableiten statt aus Vermutung.
01Zwei Szenarien mit derselben Kurve sind ein Szenario. Aufgenommen wird nur, was einen eigenen Verlauf hat: Ein Unwetter belastet sofort und lässt nach, ein Lieferkettenproblem beginnt harmlos und erreicht seinen Höhepunkt nach Monaten.
Genau diese Unterschiede machen die Auswertung wertvoll. Ein Haushalt, der bei kurzen Lagen glänzt und bei langen einbricht, sieht das erst im Vergleich der Kurven.
02Die acht Szenarien sind so gewählt, dass keines der zwölf Module ungeprüft bleibt. Jedes Modul steht in mindestens einem Szenario in der Hauptlast, viele in mehreren.
Damit ist ausgeschlossen, dass ein schwacher Punkt nur deshalb unauffällig bleibt, weil kein Szenario ihn belastet.
03Ein Szenario kommt nur hinein, wenn ein Privathaushalt sein Ergebnis durch eigene Entscheidungen spürbar verändern kann. Alles andere erzeugt Angst ohne Handlungsmöglichkeit, und das ist das Gegenteil von Vorsorge.
Deshalb fehlen Lagen, bei denen ohnehin nur staatliche Stellen handeln können. Sie stehen im Lagebild, aber nicht in Ihrer Analyse.
04Das ist der wichtigste Gedanke auf dieser Seite, und er wird fast immer verwechselt. Eine Lage und ihre Wirkung auf einen Haushalt sind zwei verschiedene Dinge, und sie erreichen ihren Höhepunkt zu verschiedenen Zeiten.
Beim Wasserausfall ist der Hahn ab Minute eins trocken. Der Druck von außen steht also sofort auf Maximum und lässt mit jeder Woche nach, in der Notversorgung anläuft und Leitungen repariert werden.
Diese Linie beschreibt das Ereignis, nicht Sie. Sie ist für jeden Haushalt in der Region identisch.
ADiese Linie fällt verzögert. Am ersten Tag merkt kaum jemand etwas, es sind ja noch Flaschen im Haus. Erst wenn die Reserve aufgebraucht ist, bricht sie ein. Beim Wasserausfall ist das für einen unvorbereiteten Haushalt nach drei bis vierzehn Tagen, nicht in den ersten Stunden.
Diese Linie beschreibt Sie. Sie sieht bei jedem Haushalt anders aus, und genau sie berechnet die Analyse.
BDer kritische Punkt ist der Tiefpunkt der hellen Linie, nicht die Spitze der roten. Wo er liegt, entscheidet darüber, welche Maßnahme überhaupt noch wirkt: Liegt er in den ersten 72 Stunden, zählt nur, was schon im Haus ist. Liegt er nach drei Monaten, zählen Nachschub, Netzwerk und Durchhaltefähigkeit. Das Ziel jeder Maßnahme ist, diesen Punkt nach hinten zu schieben und anzuheben.
Die rote Linie stammt aus den Belastungsprofilen, mit denen die Analyse tatsächlich rechnet. Die hellen Linien zeigen schematisch einen Beispielhaushalt: einmal ohne Vorsorge und einmal nach Umsetzung der Sofort-Stufe. In Ihrer Analyse wird diese Linie mit Ihren eigenen 144 Werten gerechnet.
Die Auswahl ist genauso eine Aussage wie das, was drinsteht. Diese vier Punkte fehlen mit Absicht.
Welche dieser acht Lagen gerade an Wahrscheinlichkeit gewinnt, beantwortet nicht die Analyse, sondern das Frühwarnsystem. Die Analyse sagt Ihnen, wie gut Sie für jede einzelne aufgestellt sind. Zum Frühwarnsystem →
In Ihrer Analyse sieht jede dieser acht Lagen anders aus als hier, weil die helle Linie aus Ihren eigenen Werten entsteht. Die Szenarienübersicht umfasst rund 65 Seiten.